Hoch hinaus und tief hinunter

Samstag, 13.07.2013

Der Sommer ist nun endlich in Deutschland angekommen, hat auch lange genug gedauert. Die Benzinpreise sind noch knapp unterhalb der Schmerzgrenze und so kann man dann an den Wochenenden auch mal wieder ins Auto steigen und etwas unternehmen.

Für dieses Wochenende war der zweite Teil der Schwäbischen Alb Tour geplant. Diese beinhaltet die Nebelhöhle in Sonnenbühl (B), wo man auch die vorher schon besuchte Bärenhöhle findet, danach geht es weiter ins nur 10km entfernte Schloß Lichtenstein (C). Anschliessend weiter zur Burg Hohenzollern (D). Den Tagesabschluss machte dann die Wimsener Höhle (E). Die Tiefenhöhle, auf dem Titelbild als (F) bezeichnet, haben wir zeitlich nicht mehr geschafft.

 

 

Die Nebelhöhle

Die Nebelhöhle ist eine Tropfsteinhöhle auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Sie liegt auf den Gemarkungen der Gemeinden Sonnenbühl (Ortsteil Genkingen) und Lichtenstein im Landkreis Reutlingen.

Die Nebelhöhle liegt im Weißen Juradelta unter einer Kuppe in der Nähe des Albtraufs. Die derzeit bekannte Gesamtlänge ist 813 Meter, wovon 450 Meter für Besucher erschlossen sind. Die Sohle der Höhle liegt in etwa 780 m ü. NN.

Die Nebelhöhle weist beeindruckend große Gangquerschnitte auf. Es handelt sich um eine sehr alte Höhle, was daran ersichtlich ist, dass die Trockentäler der Umgebung tiefer als die Höhle liegen. In den niedrigen Höhlenteilen bemerkt man zahlreiche Deckenkolke. Weiter sind angewitterte Wände mit kreidiger Oberfläche (bis einen Zentimeter tief) zu sehen. In einigen Hallen trifft man gewaltige Versturzblöcke an. Besonders eindrucksvoll ist ein riesiger Block über dem Gang. In der Hallenmitte reihen sich trichterartige Vertiefungen aneinander.

Die Nebelhöhle weist vor allem prächtige Bodentropfsteine auf, insbesondere die zweite Halle, zu der man durch einen regelrechten Tropfsteinwald gelangt, wobei ein mannshoher Tropfstein mitten im Weg steht. Unterhalb von Kaminen findet man vereinzelt Sinterkaskaden. [Quelle: Wikipedia]

Die Nebelhöhle ist mit dem Auto leicht erreichbar und der Eintrittpreis ist mit nur 4.- € pro Nase auch moderat. Die Höhle ist frei begehbar oder wahlweise mit Führung, während man die Bärenhöhle nur mit Führung betreten darf.

Wieder einmal zeigte sich der Vorteil, wenn man klein ist. Lyra zumindest musste nicht befürchten,

sich irgendwo den Kopf anzustossen.

Tropfsteine direkt auf dem Fussweg. Mehrere sind davon in der ganzen Höhle verteilt.

Lyra hatten ihren Spaß in der Höhle.

Dann ging es auch schon wieder hinaus. Wir waren beide sehr hungrig und haben uns beim direkt angrenzenden Maultaschenwirt zwei ordenliche Portionen schwäbische WanTan geholt. Zum Abschluss an diesen Sightseeinpoint noch ein kurzes Video.

 

 

Schloß Lichtenstein

Schloss Lichtenstein, auch als „Märchenschloss Württembergs“ bezeichnet, ist ein im Stil des Historismus erbautes Schloss des 19. Jahrhunderts über dem Ort Honau, Gemeinde Lichtenstein, im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Das Schloss liegt am Albtrauf der Schwäbischen Alb auf einer Höhe von 817 m ü. NN über dem Tal der Echaz, die als kleiner Nebenfluss des Neckars etwa 250 Meter tiefer im Tal entspringt. Rund 500 Meter südöstlich des Schlosses befinden sich Reste der Ruine der mittelalterlichen Burg Alt-Lichtenstein (Alter Lichtenstein). [Quelle: Wikipedia]

Dies ist nun der zweite Punkt unserer Tagestour. Überraschenderweise hat ab hier Lyra angefangen mir geschichtliche Fragen zu stellen. Ihr Interesse hat mir sehr gefallen, jedoch konnte ich ihre Fragen nur bedingt beantworten. Ich gelobte Bessereung. Auch hier am Schloß kann man sich entscheiden nur im Hof herumzuspazieren und dort Fotos zu machen (2.- € Eintritt) oder eine Führung ins innere des Schlosses zu machen, die an der Zugbrücke beginnt (6.- € Eintritt).

Der Eingang des Schlosses. Rechts hinter der Türe ist die Kasse, der Souveniershop und der Eisladen....alles in einem Raum.

Das wohl auffälligste Bauwerk des Schlosses ist der Turm, der irgendwie neuer wirkt, als das Schloss selbst.

Dies ist eines der Nebengebäude im Schlossgarten.

Ein weiteres gegenüberliegendes Gebäude.

Das Wappen am Schlosseingang

Lyra auf der Zugbrücke.

Das Schloss in voller Pracht.

Zu guter Letzt noch ein kurzer Videoclip.

 

 

Burg Hohenzollern

Die Burg Hohenzollern ist die Stammburg des Fürstengeschlechts und ehemals regierenden deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern. Sie liegt in Baden-Württemberg, zwischen den Gemeinden Hechingen und Bisingen, zu dessen Ortsteil Zimmern sie gehört. Die Gipfelburg liegt auf dem 855 Meter hohen, isolierten, prominenten Bergkegel des Hohenzollern, im Volksmund heute noch der Zollerberg oder in der Kurzform Zoller(n) genannt. Der Name leitet sich von Söller ab, was so viel wie Höhe bedeutet. Er ist ein Zeugenberg, dem Trauf der Schwäbischen Alb vorgelagert und ist auch namensgebend für die geographische Region: die Zollernalb. [Quelle: Wikipedia]

Sightseeingpunkt Nr.3: Die Burg Hohenzollern. Schon von der Schnellstrasse aus kann man dir Burg sehen und sie sieht auf dem Gipfel sehr imposant aus. Kommt man näher wird sie immer prächtiger. Kurz bevor man in den Wald fährt und damit bergauf, gibt es noch ein paar Parkbuchten, wo man die Burg als ganzes knipsen kann. Dann geht es den Berg hoch auf einer sehr schmalen, geteerten Bergstrasse. Oben kurz vor der Burg kommt man auf einem Plateau an, der als Sammelparkplatz umfunktioniert wurde.

Dort kann man dann sein Auto kostenlos parken. Auf dem Plateau befindet sich ein Toilettengebäude und ein Souveniershop. Ab hier hat man nun zwei Möglichkeiten die Burg zu erreichen. Zu Fuß, das dann etwa je nach Kondition 25min dauert oder mit einer etwa vierminütigen Pendelbusfahrt. Die Fahrt schlägt mit nur 1,50€ pro Fahrt relativ lächerlich zu buche, gemessen an dem Schweiß, den man verlieren würde, würde man das zu Fuß hochkraxeln. Als guter Schwabe habe ich mich für den Bus entschieden, was Lyra sehr entgegen kam.

Oben angekommen, durchläuft man erstmal einen längeren, schneckengeformten Burgweg, der durch zwei Tunnels unterbrochen wird. In der mitte des Weges kann man in einen kleinen, schön angelegten Blumengarten blicken. Bevor man über die Zugbrücke kann, muss man noch an der Kasse vorbei. Ich hatte mich diesmal für eine Führung entschieden, was sich im speziellen für uns zwei als Fehler heraus stellte.

Der Eintritt mit Führung kostet pro Nase 10.-€. Die Führungen werden in deutsch und in englisch angeboten, jedoch nicht gleichzeitig sondern nur zu bestimmten Uhrzeiten. Sie ist sehr geschichtslastig, was für mich langweilig und für Lyra gähnend langweilig war, da sie kaum was verstand. Ich habe versucht, ihr ab und zu was über die Könige, Kaiser, Fürsten und Markgrafen zu erklären. Die Räume des Schlosses sind durchaus beeindruckend, wenn man sich nicht unbedingt mit 80 bis 100 anderen Personen gleichzeitig im Raum selbst einen Eindruck verschaffen könnte. Da hätte Lyra auch Zeit gehabt in Ruhe die englischen Infotafeln zu lesen. Insgesamt wird man in etwa 5 Räume geführt. Die Führung beginnt mit der Ahnengeschichte der Preussen und den verschieden Adelslinien. Alles ist fein säuberlich als Stammbaum an die Wände des recht engen Raumes gezeichnet worden. Der jüngste Spross der letzten Adelsfamilie ist gerade mal 6 Monate alt.

Der nächste Raum ist der Ballsaal. Da filmen und fotografieren aus wirtschaftlichen Gründen im Schloss verboten ist, musste ich mich eben anders behelfen. :-) In den nächsten beiden Räumen sieht man geschichtlich erzählende Bilder und Portraits der ehemaligen Ansässigen. Man passiert das Schlafzimmer, was bei Lyra für grosse Augen sorgte, da es kaum grösser als ihr eigenes Zimmer in Carcar war. Danach geht es wieder nach draussen und in die ehemalige Küche. Diese ist nun die Schatzkammer. Dort findet man allerlei wertvolle Utensilien wie Kleider und Gehröcke, Waffen und Rüstungen und natürlich die wertvolle Krone.

Die ganze Führung dauert etwa 45 Minuten und ist nur für geschichtlich Interessierte wirklich empfehlenswert.

Draussen machten wir noch einige Aufnahmen, bevor es mit dem Bus wieder nach unten ging.

Der Burgeingang mit Zugbrücke
Die evangelische Burgkirche

Der Schloßhof

Der Kirchenanbau, rechts sieht man noch ein Stück der Kirche

Und zu Schluß wieder die laufenden Bilder...

 

 

Die Wimsener Höhle

Die Wimsener Höhle – eigentlich zu Ehren des Herzogs Friedrich II. (des späteren Königs Friedrich I.), der die Höhle 1803 besuchte, Friedrichshöhle – ist die einzige mit einem Wassergefährt befahrbare Wasserhöhle Deutschlands. Sie befindet sich auf der Schwäbischen Alb, etwa drei Kilometer nördlich von Zwiefalten. 1447 erstmals urkundlich erwähnt, wurde die Kalkhöhle bereits 1910 teilweise vermessen, doch erst ab 1959, als es gelungen war, einen Siphon zu durchtauchen, konnten weitere Erkundungen und Messungen vorgenommen werden. Dabei spielte unter anderem Jochen Hasenmayer eine wichtige Rolle, der in den Jahren 1961 bis 1975 bis zu 400 m weit und 40 m tief in die Höhle vordringen konnte. Von ihren 723 Metern Länge sind nicht einmal zehn Prozent für den normalen Besucher, der auf einem Kahn in die Höhle gefahren wird, zugänglich, da sich etwa 70 Meter hinter dem Eingang die Höhlendecke bis zur Wasserfläche hinuntersenkt und der Rest der Ganghöhle nur mit Tauchausrüstung erkundet werden kann. Man befindet sich hier in einem Quellarm der Zwiefalter Aach, die auch in den lateinischen Versen einer Inschrift, die anlässlich des oben genannten Besuches des Kurfürsten über dem Höhleneingang angebracht wurde, erwähnt wird:

„Grata tuum praesens numen mea nympha salutat.
Laetior unda tibi nunc Friderice fluit.
MDCCCIII. IX Aug F.F. Normann.
Dankbar begrüßt den hohen Besuch die hier waltende Nymphe.
Fröhlicher fließet dir nun, Friedrich, die rauschende Ach.
9. August 1803 Friedrich Freiherr von Normann.“

Damit bedankte sich Philipp Christian von Normann-Ehrenfels bei Kurfürst Friedrich, der ihn im selben Jahr zum Minister ernannt hatte und von dem er Schloss Ehrenfels erhielt, wozu auch Wimsen und die Höhle gehörten.

1995 wurden in der Höhle Tonscherben und Menschenknochen gefunden, die zumindest teilweise aus der späten Bronzezeit stammen. Damals war der Wasserstand tiefer und die Höhle trocken begehbar. Dies belegen auch die Tropfsteine, die nur im Trockenen entstehen, aber in über zwei Meter Wassertiefe gefunden wurden. Erst im zwölften Jahrhundert wurde der Bach für eine Mühle aufgestaut. Noch heute befindet sich dort ein kleines Wasserkraftwerk.

Wegen der viel zu langen Führung in Hohenzollern, mussten wir uns etwas beeilen, um noch einigermassen rechtzeitig eine Führung zu bekommen. Immerhin wollte ich es Lyra auch mal gönnen, eine Höhle per Boot zu bestaunen. Da an diesem Tag das Wasser etwas höher Stand, konnten nur 55 von 70 Meter befahren werden (der Eintrittspreis von 3,50 € hat sich deswegen nicht geändert). In der Höhle selbst gab es leider nichts zu fotografieren, deshalb habe ich von Anfang an gefilmt. Überzeugt euch selbst, ob sich eine Reise dorthin lohnt oder nicht.

 

Zur Tiefenhöhle haben wir es leider nicht mehr geschafft, da es schon nach 18:00 Uhr war und die meisten Sehenswürdigkeiten kassenschluss hatten. Wir fuhren daraufhin wieder nach Hause, um für den nächsten Tag Kraft zu tanken.

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