Der Anfang

Hallo, schön das du den Weg zu meinem ersten Reisebericht gefunden hast. Ich möchte hier nun von meinen ersten Erlebnissen in Japan erzählen, soweit ich mich noch daran erinnern kann.

Alles hat damit angefangen, das das Produkt das ich seit 1993 gefertigt hatte, 2006 sein Ende fand und nach Japan ausgelagert wurde. Dazu wurden die am besten erhaltenen Maschinen nach Japan verschifft und dort in Higashimatsuyama, 50km nordwestlich von Tokyo wieder aufgebaut. Anschliessend wurden einige deutsche Kollegen ausgewählt, darunter auch ich, die die japanischen Kollegen einlernen. So fing alles an.


Die Ankunft

Am 14.7.2006 ging es dann los. Aufgeregt startete ich meine Reise vom Stuttgarter Hauptbahnhof, wo ich einen Projektleiter treffen sollte, der mich durch die Reise begleitet.

Von Stuttgart ging es mit dem ICE nach Frankfurt am Main. Dort angekommen checkten wir erst mal ein. Business, nicht Economy..wow..!! Anschliessend warteten wir der Lufthansa Lounge auf unseren Flug. Für meinen Projektleiter war alles irgendwie gewöhnlich, er wirkte auf mich ziemlich gelangweilt, während ich aus dem staunen nicht raus kam. Dann ging es endlich los.

Wir flogen mit ANA (All Nippon Airways) nach Tokyo Narita, dem international Flughafen von Tokyo. Dort angekommen schaltete ich mein Gehirn auf "Aufnahme". Ich wollte nichts verpassen oder übersehen. Um vom Flughafen ins Zentrum der Hauptstadt zu kommen, gibt es verschieden schnelle Zugverbindungen mit natürlich unterschiedlichen Preisen, aber im Schnitt muss man mit etwa 25.- Euro für eine einfache Fahrt rechnen. Die Fahrt dauert etwas über eine Stunde, also genug Zeit zu entspannen. Unser Weg führte uns nach Shinagawa im Süden Tokyo, wo wir im 5-Sterne Hotel Le Meridien Pacific Tokyo eincheckten.

 

 

Der erste Eindruck

Nach dem Einchecken betrat ich zum ersten mal mein Zimmer im 15. Stock und hatte einen gigantischen Blick ins nächtliche Tokyo.

Dann schaute ich mich erstmal im Zimmer um. Ein riesiges Bett, ein kleinen Fernseher, Minibar, Wandschrank, Badezimmer. Es fehlte an nichts und alles war TipTop sauber.

Ja, so kann man es sich gemütlich machen. Schade nur, das das LeMeridien Pacific Tokyo nur für die Wochenenden gedacht war. Wochentags war ich in einem netten kleinen Hotel direkt vorort an meinem Arbeitsplatz untergebracht. Aber dazu später mehr.

 

Am nächsten morgen, es war Samstag der 15. Juli 2006, traf ich mich mit anderen Kollegen in der Lobby des Hotels. Zusammen gingen wir dann hinüber in ein kleines Cafe.

Dies ist der Blick vom Bahnhof Shinagawa in Richtung Hotel. Rechts sieht man noch ein Stück des Hotels. Unschwer zu erkennen ist auch, das das Hotel ein T.G.I Friday´s Steak Restaurant hat. Wer mal dieses Restaurant besucht, dem wird an einer bestimmten Stelle über der Bar ein Bereich mit vielen internationalen Währungen auffallen. Die 5 Euro Note ist von mir. :-)

Gegenüber des Hotels ist ein McDonald´s und genau rechts davon das kleine Sandwich Cafe. Apropos Sandwich. Ich weiss nicht warum, aber Japaner schneiden beim Toastbrot immer den Rand weg (siehe auch KILL BILL Vol.2, Szene David Carradine macht der kleinen Bibi ein Sandwich, während er mit Beatrix redet). Auch dort muss der leckere Rand weichen.

Nach dem Frühstück hatten wir Freetime und so bekam ich erstmal einen Crashkurs in das japanische Bahnsystem. Alles, vom Ticketkauf über die Informationstafel bis zu den Zügen ist absolut durchdacht. So gut durchdacht, das dank der japanischen Mentalität es KEINE Schwarzfahrer dort gibt.

Ich möchte das Bahnsystem mal kurz erklären.

Grundsätzlich muss man zwischen drei verschiedene Bahnsystemen in Japan unterscheiden.

Da wäre zuerst einmal die JR Group, die aus sechs Tochtergesellschaften besteht.

JR Hokkaido, das die Insel Hokkaido versorgt.

JR East das den Osten versorgt.

JR Central für den Grossraum Tokyo und die angrenzenden Städte.

JR West für den schönen Westen Japan´s.

JR Shikoku für die gleichnamige Insel im Süden

JR Kyushu für die Insel Kyushu.

 

 

In allen Gebieten hält JR die Nah- und Fernverbindungen und verbindet damit schnell und zuverlässig grosse und kleine Städte.

Das zweite Bahnsystem ist die Tokyo Metro.

Die Tokyo Metro versorgt das Zentrum Tokyo´s und das meist unterirdisch während die JR Lines weitgehenst überirdisch auf Hochgleisen unterwegs ist.

Das dritte Bahnsystem sind diverse private Bahnunternehmen, die die letzten Lücken füllen. Somit kommt man von überall in Japan schnell und sicher überall hin.

Nun schau dir nochmal die erste Grafik mit den leeren weissen Felder an. Diese Tafel findet man an jedem der abgebildeten Bahnhöfe, nur mit dem Unterschied, das in jedem weissen Feld ein anderer Preis aufgedruckt ist. Somit schaust du einfach auf deinen Zielbahnhof und weisst sofort mit welcher Bahn du fahren musst und was die Fahrt kostet, noch bevor du am Automaten bist.

Der zweite Schritt ist der Ticketkauf.

Du weisst ja nun wieviel dein Ticket kostet, also einfach links die Personenanzahl wählen und rechts den Ticketpreis. Danach bezahlen und das Ticket kommt.

Nun kommt der erste Trick, der Schwarzfahren unmöglich macht. Alle Bahnhöfe sind zwar frei begehbar, jedoch nicht der Gleisbereich, der sich meist zentral im Bahnhof befindet. Um dort hinzukommen, braucht man das Ticket, das auf der Oberseite alle nötigen Informationen hat, wie Preis, Ort und Datum und auf der Unterseite befindet sich ein unter einer schwarzen Schicht verstecktes Magnetband. Möchte man nun zu den Gleisen muss man das Ticket kurz vor Erreichen der Gleisanlage in ein Schrankensystem stecken (ähnlich wie das Boarding am Flughafen). Man passiert die Schranke und nimmt sein Ticket auf der anderen Seite wieder entgegen. Das Ticket ist nun entwertet und im Zentralrechner registriert. Das System weiss nun wo du bist und welche Bahnhöfe du anfahren darfst. Innerhalb dieses Systems, also solange du in einem Bahnhof bleibst, behält das Ticket seine Gültigkeit. Du kannst also ohne Probleme wieder zu deinem Startbahnhof zurückfahren, falls du etwas Zuhause oder im Hotel vergessen hast. Es ist auch möglich über den Gültigkeitsbereich des Tickets hinaus fahren. jedoch wird das Ticket beim Verlassen des Bahnhofs nicht akzeptiert.

 

Um den Bahnhof letztendlich verlassen zu können findet man in unmittelbarer Nähe der Schranke einen solchen Automaten namens "Fare Adjustment". Dort steckt man sein "ungültiges" Ticket rein und der Automat zeigt den Differenzpreis an. Den bezahlt man und bekommt ein neues Ticket, mit dem man dann den Bahnhof verlassen kann.

Wie man also sieht...Schwarzfahren lohnt nicht.

An diesem Tag haben wir uns ein wenig in Tokyo umgesehn. Mit der Yamanote Line, der wichtigsten Bahn im Zentrum, fuhren wir diverse Sightseeingpunkte an bis es Abend wurde...dann wachte Tokyo richtig auf. Überall leuchtete es, Lichtreklamen, riesige Bildschirme und Menschen ohne Ende.

Immer wenn ich in eine neue Stadt komme, ist mein erstes Ziel das HardRock Cafe, sofern eines vorhanden ist. Tokyo hat sogar zwei.

Das HardRock Cafe Tokyo befindet sich im Stadtteil Minato und dort im Vergnügungsviertel Roppongi. Roppongi ist ziemlich leicht zu finden. Hat man mit der Bahn einen Bahnhof in der Nähe von Roppongi erreicht sieht man auch nach wenigen Metern den Mori Tower, ein Hochhaus auf den Roppongi Hills. Hat man das Hochhaus erreicht ist man unweigerlich auf der Hauptstrasse in Roppongi. Über kurz oder lang kommt man dann an einem Mc Donald´s vorbei und direkt daneben ist das HardRock Cafe.

Das zweite HRC in Tokyo befindet sich im Bahnhof Ueno im Stadtteil Taito. Also ziemlich leicht zu finden.

Aus irgendwelchen, mir nicht bekannten Gründen, wird aber auf den Merchendising Produkten Uyeno aufgedruckt.

Aber daran sollte man sich nicht stören.

Am Sonntag nachmittag, ich hatte mich zwischenzeitlich an die Zeitumstellung gewöhnt, fuhren wir dann zum ersten mal nach Higashimatsuyama in der Präfektur Saitama. Dort befand sich mein neuer Arbeitsplatz für die nächsten 3 Wochen.

Dort angekommen erwartete mich eine absolut schnuckelige Kleinstadt. Ich habe mich sofort wohlgefühlt, als ich durch die Strassen Richtung Hotel ging.

Vom Bahnhof (A) lief ich los bis ins 3-Sterne-Hotel Shiunkaku (B). Von dort aus musste ich dann täglich an meinen Arbeitsplatz (C).

Das Hotel liegt idyllisch in einem kleinen Wald. Hinter dem Hotel befindet sich eine Tempelanlage. Schon früh vom Bahnhof aus sieht man die ersten Torii, die den Weg zum Tempel weissen.

Blick von der Tempelanlage in Richtung Bahnhof

Eingangstorii hinter dem Hotel Shiunkaku

Ein Tempelgebäude

Das Hauptgebäude der Tempelanlage

 

Eingang ins Hotel Shiunkaku

 

Freitag, 21.7.2006: Endlich Wochenende, für mich hieß das Tasche packen und zurück nach Tokyo. Dort bleib ich dann wieder bis Sonntagabend. Genug Zeit also für Sightseeing.

Eine der bekanntesten Objekte Tokyos ist der 332 Meter hohe Tokyo Tower. Gebaut von 1957 bis 1958 ist der Turm ein sehr beliebter Aussichtspunkt in Tokyo.

(Bildquelle: Wikipedia)

 

Hier nun ein paar Fotos was man vom Tower aus sehen kann.

 

 

 

Dies ist der Zojoji Tempel direkt gegenüber vom Tower.

 

 

 

 

 

Die Rainbowbridge, die Tokyo mit der künstlichen Insel Odaiba verbindet. Dort befindet sich unter anderem auch Fuji TV, das Gebäude mit der Kugel im Hintergrund.

 

 

 

 

 

Blick nach Osten. Zwischen den Hochhäuser sieht man den Hama Rijkyu Garten. Der einzige Garten Tokyo´s dessen Gewässer der Gezeiten ausgesetzt ist. Links hinter der Gruppen von Hochhäuser, befindet sich der berühmte Tokioter Fischmarkt.

 

 

 

 

Blick nach Norden. Etwa 3km von hier, hinter den Türmen befindet sich der Kaisergarten, wo Kaiser Akihito und seine Familie residieren.

 

 

 

 

 

 

An dieser Stelle endet nun mein Bericht. Alle weiteren Fotos mit Beschreibungen findet ihr in meinem Webalbum.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei meiner Dolmetscherin Kay Kobayashi bedanken, die mir während meines Aufenthalts helfend und immer informativ zur Seite stand. Mit ihr verbrachte ich meine zweite Japan Reise 2007....