Der Anfang

Hallo, schön das du den Weg zu meinem zweiten Reisebericht gefunden hast. Ich möchte hier nun von meinem ersten richtigen Urlaub in Japan erzählen.

2006, bei meiner ersten und einzigen Dienstreise wurde mir in Japan eine reizende Dolmetscherin und Reiseführerin zur Seite gestellt. Ihr Name ist Kay Kobayashi und wir freundeten uns schnell an. Ihr deutsch ist so perfekt wie ihr japanisch und es war mir immer eine Freude mich mit ihr zu unterhalten. Aufgrund dieser Freundschaft zu ihr, die bis heute anhält, entschloss ich mich Anfang 2007 nochmal nach Japan zu reisen. Dieses Land macht einfach süchtig. Gemeinsam planten wir also einen Urlaub. Ich organisierte meinen Flug und Kay kümmerte sich um meine Unterkunft und die Ausflüge. Im Sommer ging es dann los...


Die Ankunft

Am 18.7.2007 flog ich dann los...Stuttgart -> Frankfurt -> Tokyo. In Tokyo angekommen musste ich zu einem von Kay beschriebenen Treffpunkt fahren. Auch wenn Japan ein astreines Bahnsystem hat, so muss man doch einige Zeit einplanen, um an sein Ziel zu kommen. Daher musste ich erstmal vom Airport Narita nach Yokohama fahren. Nach der Ankunft in Narita musste ich die Friendly Airport Limousine aufsuchen. Dabei handelt es sich um ein Busunternehmen, das vom Flughafen aus an verschiedene Busbahnhöfe fährt. Das Ticket löst man an einem Schalter, der die selben Farben trägt wie der Bus...weiss und orange. Die Fahrt von Narita nach YCAT (Yokohama City Air Terminal) variiert zwischen 85 und 110 Minuten je nach Verkehrslage. Als ich dort ankam musste ich noch ein paar Minuten auf Kay warten, aber dann kam sie endlich. Ich war sehr glücklich sie wiederzusehen. Sogleich gingen wir dann zu ihrem Auto und Kay zeigte mir Yokohama (2006 hatte ich ja keine Gelegenheit dazu).

Zu Gast in Yokohama

Das erste Ziel war auch gleichzeitig das grösste von Japan...der Landmark Tower. Das zu diesem Zeitpunkt grösste freistehende Gebäude Japans. Der Turm ist 295m hoch und im inneren befördern 79 seilbetriebene Aufzüge die Besucher nach oben..

Die Aussicht von dort oben ist wirklich atemberaubend. Anbei noch ein kleiner Tipp. Besucht den Tower an einem schönen Tag zwischen 9:00 Uhr und 10:30 Uhr. Dann kann man mit einer guten Kamera bis zum Mount Fuji sehen. Später wird es zu diesig und es baut sich schnell eine Nebelwand am Horizont auf. Hier ein kurzer Clip.

 

 

Danach ging es weiter in den Sankeien Garten (pdf), weit im Süden Yokohamas. Warum lohnt sich ein Besuch des Gartens? Nun, erstens der Garten ist schon über 100 Jahre alt und war bisher in Privat Besitz. Nach der Eröffnung 1906 konnten die Besucher bestaunen was der Seidenhändler Sankei Hara dort angelegt hat. Charakteristisch für diesen Garten sind die Gebäude. Sankai Hara hat auf seinen vielen Reisen durch Japan Gebäude und Bauwerke, die ihm besonders gut gefallen haben, in seinem Garten wieder aufgebaut.

Auch hierzu nun ein kurzer Clip.

 

 

Anschliessend zeigte Kay mir den schönen Hafen von Yokohama und einige schöne Statuen, die die Hafenpromenade zieren.

Anschliessend fuhren wir nach China Town, ein kleines rein chinesisches Viertel. Umringt wird China Town ebenfalls von Torii jedoch im chinesischen Stil. Im Zentrum von China Town befindet sich ein grosser Schrein, der üppig mit Gold verziert ist.

Auch an den Pairo, den Eingangstoren, sieht man viele goldene Verzierungen. Diese sind nach Sternzeichen aufgebaut.

 

Im Anschluß fuhr mich Kay nach Tokyo, wo ich in ein kleines ein-Zimmer Apartment in Ueno eincheckte.

 

Kamakura und Ofuna

Freitag, 20.7.2007:

Für den heutigen Tag hat Kay einen Ausflug nach Kamakura und nach Ofuna geplant. Beide Orte liegen etwa 50km südwestlich vom Zentrum Tokyos.

Zur Zeit der Shogune war Kamakura eine strategisch wichtige Stadt. Hat man Kamakura erstmal erobert, war es bis Tokyo nicht mehr weit. Daher hat sich der damalige Shogun von Kamakura, beim Bau seines Schreins etwas tolles ausgedacht.

Vom Strand bis zum Tsurugaoka Hachiman-gu Shrine geht es 2km schnur geradeaus. Wobei die Strasse am Strand mit einer Breite von 20 Meter anfängt. Läuft man nun die Strecke bis zum Schrein, fällt einem langsam auf wie Stück für Stück die Strasse immer enger und enger wird bis sie letztendlich direkt am Schrein nur noch 10 Meter breit ist. Nun stellt euch das mal mit einer riesigen Armee vor, die je weiter sie vordringt immer mehr und mehr zusammenrücken muss und damit immer länger und länger wird. Direkt am Schrein brauchte man dann nicht viele Kämpfer, um die Armee zu schlagen. Das Flaschenhals Prinzip. Das hat auch schon in Sparta funktioniert. :-)

Am Schrein angekommen ging unser Weg weiter in den Wald, entlang an einem kleinen Fluss, über diverse steinerne Treppen bis wir letztendlich in einem Teehaus angekommen sind, das umringt von meterhohen Bambusbäumen war.

Dort lud mich Kay zu einer echten japanischen Teezeremonie ein. Schade, das ich zu diesem Zeitpunkt zu jung und unerfahren war, um die wahre Bedeutung einer solchen Zeremonie zu begreifen. Heute wäre ich klüger und hätte dem Ganzen mehr Bedeutung beigemessen. Hier nun ein paar Bilder.

 

Nach der Teezeremonie ging es wieder zurück auf die Hauptstrasse, am Schrein vorbei auf die andere Seite von Kamakura, wo mich ein weiterer Höhepunkt erwartete....der 1252 erbaute grosse Amida Buddah, auch Daibutsu genannt.

 

An der Stelle der heutigen Figur befand sich im Kōtoku-in ursprünglich eine aus Holz geschnitzte Buddhafigur in einem hölzernen Schrein. Die ersten Pläne zur Errichtung einer bronzenen Buddhastatue lassen sich bis ins Jahr 1236 zum Priester Toe no Joko zurückverfolgen, in die Zeit des Kamakura-Shogunats unter der Herrschaft von Hojo Yasutoki.

Im Jahr 1252 begannen die Künstler Ōno-Gorōemon und Tanji-Hisatomo mit der Errichtung einer durch Spenden bezahlten Bronzeskulptur des Shaka-Nyorai-Buddha.

Ursprünglich war die heutige Figur mit Blattgold belegt und befand sich im Inneren eines hölzernen Tempelgebäudes, das eine Grundfläche von 44 x 42,5 Metern hatte. Es stürzte jedoch zuerst 1334 und dann 1369 ein und wurde 1498 von einem Tsunami bis zu den Grundmauern fortgerissen. Danach verzichtete man auf einen Wiederaufbau, die Statue steht seither im Freien.

1879 wurde mit dem Sammeln von Spenden für die Wiedererrichtung des Tempelgebäudes begonnen. Der Plan wurde jedoch 1889 aufgegeben und das gespendete Geld zur Verschönerung und Vergrößerung des Geländes verwendet.

In den Jahren 1960 und 1961 fand eine Restaurierung der Statue statt, bei der der Hals der Figur verstärkt und verbesserte Maßnahmen zur Erdbebensicherheit getroffen wurden. [Quelle: Wikipedia]

 

Anschließend ging es mit der Bahn weiter ins landesinnere, nach Ofuna. Es war nur ein kurzer Besuch, da wir beide inzwischen ziemlich hungrig waren, jedoch meinte Kay ich sollte mir das nicht entgehen lassen. In Ofuna, direkt gegenüber des Bahnhofs schaute eine weisse riesige Statue aus dem Wald , fast wirkte die Statue wie eine Madonna. Hierbei handelte es sich um die Ofuna Kannon Statue. Ihre Geschichte kenne ich nicht, jedoch ist sie wirklich schön anzusehen.

Nach dem Essen in einem guten italienischen Restaurant ging es zurück.

Kay verließ mich in Yokohama und ich fuhr weiter bis nach Ueno.

 

Zu Gast in Tokyo

Am Wochenende des 21. und 22.7.2007 hatte Kay keine Zeit für mich, daher musste ich mich selbst beschäftigen. Noch etwas unsicher in der Megacity Tokyo, beschloss ich, die Stadt zu Fuss zu erkunden. Bewaffnet mit einem Stadtplan machte ich mich auf den Weg. Von Ueno aus ging ich nach Asakusa. Dort befindet sich das Pier für eine Schiffsfahrt auf dem Sumida River. Ich nahm die Tour bis zum Hinode Pier. Von dort aus sind es nur wenige Gehminuten bis zum Hamarikyu Garden, der genau gegenüber dem Tsukiji Fisch Markt liegt. Ich hab ein bisschen im Garten gefilmt, dann ging ich weiter zum Tokyo Tower und prompt habe ich mich verlaufen. Das machte aber nix, immerhin befand ich mich in Japan und damit als Tourist bei den hilfsbereitesten Menschen, die mir je begegnet sind. Spontan also fragte ich ein paar mir entgegenkommende Jugendliche nach dem Weg. Die wussten den Weg aber nicht 100%ig, dennoch begleiteten sie mich ein Stück, bis uns weitere Jugendliche entgegen kamen. Die wussten den Weg und mit zwischenzeitlich sechs jungen Japanern wurde ich sicher an mein Ziel gebracht. Das will ich mal als Fremder in einer deutschen Stadt erleben. Menschen, die für einen Touristen Zeit haben. Ich bedankte mich höflich auf japanisch und jeder ging dann seiner Wege. Am Tokyo Tower war sehr viel los, schließlich war es ja Samstag, daher ging ich gleich weiter nach Roppongi. Ich bin ein grosser Fan von hohen Gebäuden und als meine geplanten Aufnahmen vom Tokyo Tower scheiterten, gab es für mich nur ein Ziel: der Mori Tower in Roppongi Hills. Der Preis auf das Skydeck ist mit 1500 Yen ziemlich happig, jedoch wer im Urlaub spart, spart am falschen Ort. Daher ab in den Aufzug und eine herrliche Sicht über die Stadt geniessen. Als Abschluß für den Samstag nahm ich dann die Bahn nach Shibuya und dort stieg ich in Harajuku aus.

Genießt nun den Film, den ich an diesem Tag gedreht habe.

 

Am Sonntag morgen wachte ich ziemlich planlos auf. Also entschloss ich mich erstmal frühstücken zu gehn. Auf dem Weg zurück zu meinem Apartment sah ich ein Werbeplakat mit einer Mickey Mouse darauf. Damit war klar was ich heute unternehme. Ich ging ins Tokyo Disney Resort. Das TDR befindet sich am südlichen Ende der Stadt Urayasu. Die Fahrt von Ueno aus dauert etwa eine halbe Stunde. Der Park besteht aus zwei Teilen, dem Tokyo Disneyland und dem Tokyo Disney Sea. Für jeden Park muss man ein eigenes Tagesticket lösen. Hier nun ein paar Bilder.

 

Rüber nach Odaiba

Montag, 23.7.2007

Kay wartete bereits auf mich in einem Cafe und wir frühstückten zusammen. Für den heutigen Tag hat sie den Süden Tokyos mit der künstlichen Insel Odaiba geplant. Auf dem Weg nach Süden machten wir noch Stop an einem Gebäude. Von einem erhöhten Stockwerk hat man einen tollen Blick auf den Fischmarkt und den Hamarikyu Garden.

Anschließend ging es weiter zum Bahnhof Shimbashi. Von dort namen wir die Yurikamome Line. Die Yurikamome ist Tokios erstes vollständig automatisiertes Transportsystem, welches komplett von Computern ohne sich an Bord des Zuges befindlichen Fahrer gesteuert wird. Sie ist jedoch nicht die erste Linie ihrer Art in Japan, bereits 14 Jahre zuvor im Jahr 1981 wurde in Kobe der Port Liner eröffnet. Die Streckenlänge beträgt etwa 14,7 km.

Die Yurikamome wird fälschlicherweise zuweilen als Einschienenbahn bezeichnet. Die Züge fahren allerdings mit Gummireifen auf einer Betonstrecke geleitet durch die Seitenwände. Aus diesem Grund sind die Sitze am Fenster in Fahrtrichtung auch sehr beliebt.

Auf Odaiba haben wir an diversen Stationen halt gemacht, um Sightseeing zu machen. Hier sind ein paar Videoclips.

Fuji TV, Strand, Freiheitsstatue

Fuji TV, Palette Town, Hafen, Messe Tokyo

 

Kongresszentrum Big Sight und die Messe

 

 

Ab nach Nikko

Dienstag, 24.7.2007

Leider hatte Kay für meinen restlichen Aufenthalt keine Zeit mehr. Als Dolmetscherin muss sie immer auf Abruf bereit sein. Daher buchte ich ein paar Busausflüge am Bahnhof Hamamatsucho. Dort befindet sich auf der Strassenebene ein grosser Busbahnhof speziell für Ausflüge. Das Busunternehmen heisst Hato Bus. Ich buchte 3 Ausflüge. Der erste führte mich nach Nikko und den Hakone Nationalpark und den Kegon Wasserfall. Start war am nächsten Tag.

 

Mittwoch, 25.7.2007

Ziemlich früh am morgen musste ich von Ueno zurück nach Hamamatsucho. Dort angekommen fuhr nach einer kurzen Wartezeit auch der Bus los. Ziel war die Stadt Nikko, 140km nördlich vom Tokio. Nikko ist bekannt durch seine schöne Schreine und Tempel.

Nikko

 

Nikko Nationalpark

Donnerstag, 26.7.2007

An diesem Tag war das Programm ziemlich dick. Von Hamamatsucho ging es in westliche Richtung Mount Fuji. Doch zuerst machte der Bus halt am Chuzenji See. Dieser See ist Teil des Nikko Nationalparks. Der See entwässert über den Kegon Wasserfall. Danach ging es mit dem Bus hoch zur 5.Station des Mount Fuji. Leider war es sehr neblig. Am Nachmittag ging es dann weiter Richtung Norden zum Ashi See. Nach einer kleinen Schiffsüberfahrt auf dem See, ging es dann auf der anderen Seite mit der Seilbahn hoch auf einen Berg.

Chuzenji See, Nikko National Park, Kegon Wasserfall, Mount Fuji, Ashi-See, Komagatake Seilbahn

 

 

Matsuri in Odawara

Sonntag, 29.7.2007

Die Sommermonate sind auch in Japan die Monate vieler Feste. Ein solches Fest wollte ich mir auch mal ansehen. Dazu musste ich nun ein letztes mal nach Hamamatsucho, weil sich dort alle Reisetelnehmer trafen. Von dort ging es mit der Yamanote Line zum Bahnhof Tokyo und von dort mit dem Shinkansen nach Odawara.

Matsuri in Odawara

 

Das Ende

Auch der schönste Urlaub geht irgendwann zu Ende. Am Montag ging mein Flug zurück über Frankfurt nach Stuttgart.

Einige Monate später war ich schon wieder reif für die Insel und ich fing die Planung für meinen nächsten Japan Urlaub an. Leider hatte Kay keine Zeit mehr und so durchstöberte ich das Internet nach einer Möglichkeit wieder nach Japan zu fliegen und dabei die Reise individuell zu gestalten. Bei meiner Recherche bin auf die Website von Thomas Heinlein gestossen. Mit ihm machte ich meine dritte und vorerst letzte Japan Reise. Also...weiter gehts im Reise Bericht 2008. Bis dann...