Das Abenteuer beginnt

Samstag, 06.12.2014

Der Morgen hat recht gut begonnen. Rechtzeitig aufgewacht, zur Abreise klar gemacht und einen Kaffee getrunken und dann vollgepackt mit vier schweren Gepäckstücken zum Auto. Die Fahrt nach Frankfurt war sehr angenehm und wir waren pünktlich kurz nach 9 Uhr am Holiday Parking. Da ich dort schon einen Platz vorab reserviert hatte, öffnete sich die Schranke mit meiner Visakarte. Auf einem Vorplatz luden wir dann aus und ich parkte daraufhin das Auto. Leider machte ich hier schon einen ersten Fehler. Ich vergaß die iPhone Halterung für die Windschutzscheibe mitzunehmen, da ich auch in den Philippinen das iPhone als Navi nutzen wollte. Mir viel der Fehler erst im Shuttlebus ein auf dem Weg zum Terminal 2.

Am Terminal angekommen, war es dann nur noch ein kurzer Weg und eine unfreundliche Auskunft am Infoschalter bis wir endlich einchecken konnten. Die Dame am Schalter von Kuwait Airways war sehr entgegenkommend und gab uns auf beiden Flügen Wunschsitzplätze.

Dann ging es weiter zum Gate. Es war nicht sehr voll und wir konnten recht flott in den Flieger. Doch jetzt kam die erste herbe Enttäuschung. Der Flieger war komplett vollgestopft mit Sitzen. Sowas würde man heutzutage nicht mehr machen. Dementsprechend eng war es dann auch. Das Entertainmentsystem war komplett von gestern. Ein kleiner 4:3 Bildschirm und im Bild die typischen VHS Streifen.

Und ganz nebenbei funktionierte kaum einer dieser Bildschirme. Dieses Foto ist aus einem A340 der uns von Kuwait nach Manila gebracht hat, bis nach Kuwait saßen wir in einem A300 und das sah alles noch ne Ecke älter aus. Die ganze Flotte von Kuwait Airways, welche aus 25 Fliegern besteht, hat weitesgehend betagte Flieger zwischen 17 und 22 Jahre. Dennoch kann sich die Airline auf die Fahne schreiben, das sie seit ihrem Gründungsjahr 1954 keinen Zwischenfall hatte.

 

Nach etwa 5 Stunden Flugzeit landeten wir in Kuwait. Sogleich gingen wir zu unserem Gate, wo schon einige Filipinos warteten. Unser Flug startete dann mit einer zweistündigen Verspätung wegen dem noch anhaltenden Taifun auf den Philippinen. Der Flug startete daraufhin um kurz vor 0:00 Uhr Ortszeit in Kuwait.

Sonntag, 07.12.2014

Nach etwa 6½ Stunden landeten wir dann Ortszeitvormittag in Bangkok. Dort stiegen dann einige Leute aus und nach einer weiteren Stunde warten im Flugzeug, ging es dann auf die letzte Etappe. Nach 2½ Stunden landeten wir dann endlich in Manila.

Dort mussten wir dann am Flughafen durch die Visakontrolle (und zuvor noch ein Erklärung abgeben, das man keine Ebola Symptome hat) und dann ging es auch schon, nachdem wir unsere Koffer abgeholt haben in Richtung Autoverleiher. Dort hat man uns schon erwartet und nach wenigen Minuten kam auch schon ein Servicemitarbeiter und brachte uns zur Hauptgeschäftsstelle.

Dort wurde der Vertrag unterzeichnet und zusammen wurde dann das zu verleihende Auto auf Kratzer untersucht und alles dokumentiert. Dann ging es auch schon los ins Verkehrs Chaos Manila. Unser erstes Ziel war erstmal einen Geldautomaten zu finden. Ich folgte dem Autostrom und nach wenigen Minuten kamen wir auf eine mautpflichtige Schnellstrasse...und hier hatte die Katastrophe ihren Anfang.

Es gab keine Möglichkeit zur Umkehr und so musste ich an eine der Schranken heranfahren. Lyra fragte die Dame, ob denn eine Bezahlung der 24 Piso (ca. 5 Cent) vielleicht mit Visa (!) möglich ist, da wir ja direkt vom Flughafen kommen. Die wollte eine so schwere Entscheidung nicht alleine treffen und sie rief telefonisch ihren Vorgesetzen an...hinter mir wuchs lautstark die Autoschlange.

Nach einiger Diskussion, der ich Aufgrund fehlender Sprachkenntnis nicht folgenden konnte, ging Lyra zum Kofferraum und gab dem Vorgesetzten ihren Aufenthaltstitel für Deutschland, quasi als Pfand. Daraufhin öffnete sich die Schranke und wir suchten so schnell wie möglich einen Supermarkt, um Geld abzuheben, um unser Dokument zurückzubekommen. Mittlerweile war es 19 Uhr und stockfinster. Den Supermarkt fanden wir dann kurz ausserhalb von Manila und gestärkt und mit gutem Willen ging es dann zurück zur Mautstelle. Erst in Fahrtrichtung Manila, dann nach einer Wende zurück zu der Dame in der Kabine. Dort fragte Lyra nach ihrem Dokument, doch die Dame sagte nur, wir sollen morgen in das Büro kommen.

Wo verdammt steckt den nun der Vorgesetzte, wenn man ihn braucht? Das ganze schmeckte mir garnicht. So darf ein Urlaub einfach nicht beginnen. Dennoch war an diesem Abend nichts mehr zu machen und wir fuhren nach Tagaytay ins Hotel. 2 Stunden für 50km. Willkommen in den Philippinen.

 

 

Manila Shopping

Montag, 08.12.2014

Der heutige Tag lief erheblich besser als der gestrige. Gleich morgends um 6 Uhr standen wir auf, sichtlich noch angepisst, was am Vortag geschehen ist. Fest entschlossen, heute den Aufenthaltstitel zurückzubekommen, machte wir uns auf den langen Weg zurück zur Mautstelle.

Dort angekommen empfing uns im Customer Service ein junges, freundliches Team. Lyra erklärte was gestern passiert sei und eine junge Dame holte aus einer Kiste mit transparenten Aufbewahrungstüten Lyra´s Aufenthaltstitel hervor. Sie bezahlte die noch offenen 24 Piso und wir konnten gehen. Lyra hatte ein Grinsen, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen hatte. So sehr hat sie mittlerweile in Deutschland Wurzeln geschlagen. Dann war erstmal Frühstück angesagt. Um wieder in Richtung Manila fahren zu können, mussten wir durch zwei Mautstationen in beiden Fahrtrichtungen durchfahren. So sammelten sich in kürzester Zeit mehrere Coupons. Nach einigen Kilometern machte mich Lyra auf eine Frühstücksmöglichkeit aufmerksam namens Max´s Restaurant. Dort bekommt man 100% Pinoy Küche. Qualitativ wirklich klasse.

Glücklich und gesättigt fuhren wir daraufhin zur SM Mall of Asia in Pasay City, da wir mit unserem Mietwagen montags nicht ins Zentrum fahren dürfen. Dort schlenderten wir ein bisschen herum und ich kaufte für mein iPhone einen Car Holder für die Windschutzscheibe, da ich meinen ja im Auto in Deutschland vergessen hatte. Die Mall ist wirklich gewaltig, hier ein paar Fotos.

Blick auf das SM Arena Gebäude (Parkhaus)
Blick Richtung Vergnügungspark. Rechts die Mall.
Links die Manila Bucht. Rechts die Mall.
Blick in die andere Richtung auf der selben Brücke.
Für das kulinarische Wohlbefinden ist gesorgt.
Ein Apple Store gehört in jede Mall.
Das Weihnachtsgeschäft ist im vollen Gange.
Auch eine Eisbahn braucht man offensichtlich in einer Mall.
Depeche Mode läßt grüßen.
Beim schmücken geben sie sich wirklich Mühe.
 
Da werden Erinnerungen wach. Unzählige Male habe ich dort in Tokyo gegessen.  

Wer mich kennt, weiß das ich bei jedem Besuch in einer neuen Stadt, zum Hard Rock Cafe gehe, um mich entsprechend mit Merchendising einzudecken. So auch in Manila. Das Hard Rock Cafe befindet sich im Stadtteil Makati City, das auch der teuerste und sauberste Stadtteil ist. Makati hat eine eigene riesige Mall namens Glorietta, welche aus 5 großen Gebäuden besteht. Im Großen und Ganzen auch nichts anderes als die Mall of Asia, nur kann man sich im Glorietta besser verlaufen. Hier nun das Bild direkt vor dem HRC.

Ebenso hab ich bei dieser Gelegenheit auch gleich beim Starbucks mich mit einer Makati Tasse für meine Tassensammlung eingedeckt.

 

Mittlerweile wurde es Nachmittag und wir machten uns auf den Weg zurück ins Hotel. Der Himmel wurde immer dunkler und der Regen immer stärker. Hagupit ist in Manila angekommen. Die nächsten Stunden können nun durchaus ziemlich unangenehm werden. Auf dem Weg ins Hotel hat Lyra noch ein paar Bilder gemacht.

 

Dienstag, 09.12.2014

Der Regen, der gestern Abend angefangen hatte, ging die ganze Nacht durch, begleitet von starken Windböen und extrem dichtem Nebel. Selbst am Morgen noch bis in den späten Nachmittag hinein, war keine Besserung in Sicht. Bei so einem Wetter kann man nichts machen, weswegen ich den ersten richtigen Sightseeingpunkt von der Liste streichen konnte. Die Besichtigung des Taal Vulkans.

Daher blieben wir erstmal im Hotel, gegen 11 Uhr wollte Lyra dann aber doch raus und den angebrochenen Tag nutzen, um zum Friseur zu gehen. Wir sind deshalb nach Dasmarinas, eine Ortschaft nördlich von Tagaytay gefahren und Lyra ließ sich mal so richtig verwöhnen. Chemisch Glätten, waschen, trocknen, dann Färben und wieder waschen und trocknen. Diese Prozedur hat mich 5 Stunden meines Lebens gekostet und das ohne WLAN in der Mall. Aber jetzt sieht meine Kleine richtig fesch aus und sie ist erstmal zufrieden mit ihren Haaren.

Morgen also reisen wir ab und es geht in östlicher Richtung bis Legazpi. Diese Stadt liegt direkt am Fuße des Vulkan Mayon, der hin und wieder geneigt ist zu rülpsen. Werden wir also sehen, was uns die nächsten Tagen erwartet.

 

Tanz auf dem Vulkan

Mittwoch, 10.12.2014 - Donnerstag, 11.12.2014

Als um 6 Uhr der Wecker klingelte, konnte ich noch nicht ahnen, was mich heute erwartete. Kurz nach 7 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Legazpi. 466 km meist über Highways, die ihren Namen so nicht verdient haben und eher als Landstrasse im schlechtesten Zustand (besonders in der Provinz Quezon). Wir waren nur wenige Minuten unterwegs, als Lyra wieder der Hunger quälte. Jetzt einen Starbuck, das wäre schön. Aber um diese Zeit hat hier noch keiner offen. So fuhren wir da erstmal ohne Frühstück los. Irgenwann wird sich dann schon etwas ergeben. In der Nähe der Ortschaft Villa Escudero, wo es ein richtig cooles Restaurant mit einem vermutlich künstlichen Wasserfall gibt, fanden wir einen McDonalds der 24/7 offen hat. Dort frühstückten wir erstmal. Anschließend wollte ich mal die Timelapse Funktion meiner neuen Actionkamera, einer Contour+2, ausprobieren. Auf Knopfdruck nimmt sie wahlweise FullHD Video auf oder 1 Bild pro Sekunde. Zusammengesetzt kann man dann einen Timelapse machen. Macht man das dann während einer Autofahrt, sieht das so aus.

So dann ging es aber wirklich los. Gesamtstrecke von Tagaytay nach Legazpi rund 466 km. Laut meinem Navi (ja, die Navisoftware auf meinem iPhone funktionierte auch hier). Hatte durch Zufall Monate zuvor eine Südostasienkarte entdeckt und gleich zugeschlagen. Die Strassenqualität hier in den Philippinen unterscheidet sich nicht nur von Provinz zu Provinz. Meist auch von Ort zu Ort. Je nachdem wieviel ein Bürgermeister für seine Stadt oder für sein Konto investiert. Daher empfielt es sich hier definitiv einen SUV zu fahren. Leider bekommt man den nicht bei den hiesigen Autovermietern. Man findet Strassen die haben durchaus Autobahnqualität und dann auch wieder welche die nur aus Reparaturen bestehen und dem Fahrwerk ordentlich zu schaffen machen. Man kann durchaus teilweise bis zu 80km/h fahren ohne irgendjemanden zu überfahren oder eine Katze an der Windschutzscheibe kleben zu haben. In den Ortschaften geht es aber tagsüber leider nur im schneckentempo voran. Egal wo in den Philippinen, es gibt zuviele verschiedene Fahrzeuge auf viel zu wenig Platz. Neben Autos, Bussen und Trucks fahren in den Ortschaften meist dann auch Jeepney´s bzw. Multicabs zur Personenbeförderung sowohl als auch Tricycles in der Fahrrad- und Motorradvariante herum und dann gleich hundertschaften davon. Das führt zwangläufig tagtäglich zu Verkehrsinfarkten, wie man es in Deutschland nicht kennt.

Der Jeepney
Das Multicab
Das Tricycle (Motorradversion)
Das Tricycle (Fahrradversion)

Das kostet natürlich nicht nur Nerven, sondern hauptsächlich auch Zeit. Teilweise kann es bis zu einer Stunde dauern bis man Orte durchquert hat die kaum grösser als Rutesheim sind. Da ist man klar zu Fuß schneller unterwegs.

Auf unserer Strecke nach Legazpi hatten wir nun mehrere solcher Orte, weswegen die ganze Fahrt bis zum Ziel nahezu 13 Stunden gedauert hat.

Etwa auf halber Strecke (siehe Karte weiter oben) kamen wir an einen längeren Küstenabschnitt. Dort musste ich anhalten, denn das war ein geeigneter Fotospot für diese Panoramaaufnahme. Sieht das nicht traumhaft schön aus? Die Insel im Hintergrund ist Pulong Alabat.

Dann ging es weiter. Stunde um Stunde. Etwa 10km vor Legazpi machte ich diese schöne Aufname des Mount Mayon. Es war kurz vor Sonnenuntergang.

Dann erreichten wir Legazpi. Die letzte Hürde des Tages war dann das Hotel zu finden. Zum Glück war es schon Abend und die Strassen von Legazpi waren entsprechend leer. Nach nur kurzer Zeit fanden wir das Balai Tinay Guesthouse, das ziemlich versteckt in einer verwinkelten Gasse war.

Der Hausherr hatte uns schon erwartet und wir waren während unseres Aufenthalts die einzigen Gäste.

Am nächsten Morgen gab uns der Hausherr noch ein paar Tips für gute Fotospots in der Gegend. Ich wollte aber zuerst nach Tabaco fahren, im Norden vom Mayon. Dort plante ich eine Zeitrafferaufnahme des Sonnenaufgangs direkt hinter dem Vulkan und dann solange, bis die Sonne direkt über dem Krater zu sehen war. Soweit der Plan. Ich hätte etwas besser planen sollen, denn den exakten Punkt konnte ich nur schätzen und hatte mich durchaus um ein paar Kilometer verschätzt. Hier das etwas hakelige Video. Die nächsten werden besser. Versprochen. :-)

 

Anschließend fuhren wir wieder zurück und frühstückten erstmal. Danach fuhren wir an einen Ort der sich Cagsawa nennt. Hierbei handelt es sich um die Ruine einer alten spanischen Kirche, die fast vollständig vom Vulkan zerstört wurde. Dort habe ich meinen dritten Timelapse gemacht. Der Ort selbst ist total auf Touristen eingestellt. Es gibt jede Menge Buden mit nutzlosen und überflüssigen Dingen. Einige Futterbuden und Getränkestände und ein T-Shirt Shop mit ein paar echt schönen T-Shirts.

Dieser Ort ist der Fotospot schlechthin. Ebenso zum Touriprogramm gehören Guides die dir helfen schöne und witzige Fotos zu machen. Dazu haben sie eine Mappe mit Beispielfotos und diese können sie dann genau so machen. Hier mal zwei Beispiele.

Ebenso werden für Touristen ATW Touren, also Touren mit dem Quad angeboten. Ich hatte aber zu diesem Zeitpunkt wenig Interesse daran, nach einer solchen Tour komplett mit Schlamm bedeckt zu sein. Nach gefühlten drei Stunden machten wir uns auf dem Weg zum letzten Sigtseeingpunkt in der Gegend. Einer von zahlreichen Wasserfällen, wie es sie in den ganzen Philippinen gibt.

Die Busay Falls werden auch Seven Falls genannt, weil es sieben aufeinanderfolgende Wasserfälle sind. Dieser hier auf dem Bild ist der siebte. Sollte also der sechste nicht so schwer zu finden sein. Immer dem Wasser nach, dachte ich. Was ich nicht bedachte, war der beschwerliche Weg dorthin. Quer durch den philippinischen Dschungel auf einem Touristenunfreundlichen Trampelpfad. Und geschafft haben wir es auch nicht bis zum Wasserfall, wir Warmduscher! :-)

Dann mussten wir zurück ins Hotel, da wir früh zu Bett mussten. Daher hieß es Koffer packen und alles für die Abreise in der Nacht klar machen. Um 0:30 fuhren wir dann auch los. Auf den knapp 470 km die ich nun zwei Stunden schneller hinter mir brachte, als auf der Hinfahrt, kam es zum Glück nur zu drei brenzligen Situationen, bei denen ich Gummi in den Asphalt brennen musste. Die letzte von den drei Situationen, war ein knapp Handball grosser Stein, der hinter einem Truck hervorkam, hinter den ich mich geklemmt hatte (es hat sich gezeigt, das es von Vorteil ist, jemandem hinterher zu fahren, der die Strecke kennt). Ich versuchte auszuweichen, da rummpelte es schon im hinteren Teil des Autos. Später stellte ich fest, das der Stein eine Manschette, die den Auspuff fixiert demoliert hat, weswegen der Auspuff bei bestimmten Drehzahlen laut zu vibrieren begann. Zum Glück merkte das Europcar nicht, als ich um 11:45 Uhr das Auto abgab. So, bevor ich nun weitererzähle erstmal das versprochene Timelapse Video.

 

 

Familienzusammenführung

Freitag, 12.12.2014 etwa 12 Uhr

Nachdem Europcar den Wagen als gut befunden und mir nur etwa 30.- € für eine Macke berechnet hat. Wurde mittlerweile ein Shuttle Bus für uns bestellt. Dieser brachte uns zum Flughafen und dort zum Terminal für nationale Flüge. Meine Berechnungen von unseren Abfahrtszeit in Legazpi bis zur Ankunft in Manila unter Berücksichtigung eines stärkeren Verkehrsaufkommen ab ca. 7:30 Uhr haben beinahe genau gestimmt. Wir kamen 15 Minuten später an als erwartet. Aber immernoch früh genug um rechtzeitig beim Check-in zu sein. Am Check-in Schalter wurden wir darüber informiert, das unser Gepäck viel zu schwer ist. Die Freigepäcksgrenze bei AirAsia liegt bei 15kg pro Person. Und unsere beiden Koffer hatten zusammmen 48kg und damit 18kg Übergewicht, was sich die Airline ordentlich hat zahlen lassen. Ohne zu Lügen hat das Übergewicht soviel gekostet wie der ganze Flug, rund 130.-€. :-( Die beiden Check-in Schalter waren so voll, so daß nach kurzer Zeit zwei weitere geöffnet wurden. Als das Check-in abgeschlossen war, kamen noch die üblichen Sicherheitschecks, bis wir schlußendlich am Gate waren. Die Zeit verging und 10 Minuten nach der eigentlichen Boardingzeit wurde über Lautsprecher eine Verzögerung des Fluges um eine Stunde verkündet. Das nahm Lyra zum Anlaß lautstark quer durch die Halle in feinstem Cebuano allerei Ausdrücke zum Besten zu geben. Unglücklicherweise verstand ich einige...

Nachdem die Stunde schon beinahe abgelaufen war, wurde der Flug um eine weitere halbe Stunde verzögert. Nun reichte es Lyra und sie wollte ihre Koffer und das Geld zurück, um bei Cebu Pacific zu buchen. Doch ich konnte sie beruhigen und so warteten wir eine weitere halbe Stunde, bis das Boarding endlich losging. Die Asia Air Maschine war etwas geräumiger als die alten von Kuwait Air und mit einer Stunde und 5 Minuten wurde es einer kurzer und angenehmer Flug.

So gegen 17 Uhr landeten wir dann endlich in Cebu. Lyra war sichtlich aufgeregt und konnte es garnicht erwarten, endlich nach rund 2 Jahren wieder ihre Familie zu sehen. Am Flughafen erwartete uns ihre jungere Schwester Raya (22) und ihre ältere Schwester Shanarie (30, verheiratet). Nach einer kurzen und herzlich Begrüssung machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Autovermietung. Auf dem Weg dorthin wurden wir von zahlreichen Taxifahrern angesprochen. So ist das hier. Fast egal, welche Art der Personenbeförderung mal letztendlich wählt, man wird immer wieder auf der Strasse angesprochen, wenn man wie Falschgeld rumsteht und sich planlos umschaut. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, das die alte Office, wo die Autovermietungen untergebracht waren geschlossen ist. Diese sind nun etwas außerhalb des Flughafens untergebracht. An einem Help Desk kann man nun jemanden ansprechen und nach kurzer Zeit kommt ein Mitarbeiter der jeweiligen Autovermietung vorbei und bringt dich zum jeweiligen Hauptsitz. Im allgemeinen hat sich der Flughafen etwas gewandelt. Man merkt es ganz deutlich wenn man immer wieder vorbeikommt. Es wirkt aufgeräumter, sauberer und professioneller Organisiert als früher. Man findet keine Verkäufer mehr, die den ankommenden Gästen Kaltgetränke oder Snacks angeboten hatten. Und auch die Passagiere erfahren hier kein Chaos mehr. Ich war positiv überrascht. Negativ überrascht hat mich meine VISA Karte, als ich den Mietwagen bezahlen wollte. "Declined" ist definitv ein Wort das man im Urlaub nicht lesen will. Obwohl ich versuche über meine Kosten hier Herr zu werden, entgleist hier und da immer wieder mal was. Und mit der hiesigen Währung komme ich überhaupt nicht klar. Sind mir einfach zuviele Nullen. Aufgrund der aktuellen VISA Situation, konnte ich bei dieser Autovermietung leider keinen Wagen haben, da die Mitarbeiter kein Bargeld entgegen nehmen dürfen. Die freundliche Dame am Schalter rief deshalb bei der Konkurenz an, von der sie weiß, das man dort ein Auto auch gegen Bargeld bekommt.

Eine halbe Stunde später, mittlerweile war es stockdunkel geworden, waren wir auf dem Weg nach Carcar. Lyra´s Geburtsort. Rund 53km vom Flughafen entfernt. Gegen 22 Uhr trafen wir in Carcar ein. Es war ein großes Hallo. Die ganze Familie, alle erwünschten und unerwünschten Verwandten freuten sich auf uns und besonders was wir so mitgebracht haben. Zirka drei Monate vorher hatten Lyra und ich eine sogenannte Balik Bayan Box gepackt und mit allerlei Zeug gefüllt. Hauptsächlich mit deutscher Schokolade. Diese Box braucht rund 10 Wochen mit dem Schiff von Deutschland bis in die Philippinen. Ende November kam die 45kg schwere Box an und wurde auf Lyra´s Wunsch auch nicht geöffnet. Nun waren wir da und Lyra durfte erstmal Nikolaus spielen und einer riesigen Meute kleiner Kinder mir großen Augen mit Schokolade den Abend etwas versüssen.

Raya´s Tochter Apiyang
Lyra´s jüngere Schwester Raya

Wie nicht anders erwartet war die Box nach wenigen Minuten leer. Schokolade, Body Lotion, Haarshampoo, Parfum und allerlei andere Sachen waren an Familie und Freunde verteilt und dennoch kamen immer wieder neue Cousins und Cousinen, die noch nichts hatten. Lyra musste nun auch noch an ihre Reserven aus ihrem eigenen Koffer, mit dem wir gekommen waren. Auch hier drin befand sich überweigend Schokolade und Nutella. Gegen Mitternacht kehrte dann auch langsam Ruhe ein. Lyra und ich waren im neuen ersten Stock des Hauses untergebracht, das sie die letzten Monate finanziert hat. Und es wird noch einige Zeit dauern, bis das Haus einen einigermaßen akzeptablen Standard hat. Aber ich hab bei Unterbringungen eh keine großen Bedürfnisse. Kann mich daher hier gut anpassen. Außer bei den sanitären Anlagen gibts bei mir keine Kompromisse. Da zählt nur ein Standard...deutsch!

Der untere Teil aus Stein war das ursprüngliche Haus,
darauf wurde nun ein größerer Holzteil gesetzt mit Dach.
Das ist hinterm Haus. Oben unser Fenster unten das Wohnzimmerfenster.
Das ist vorne rechts. Links in rot der hintere Wohnbereich, dahinter die Toilette. Rechts das Haus der Großeltern.
Dies ist der einzige Wasseranschluß im Umkreis von 50 Meter.
Blick hinters Haus quasi links vom Bild links daneben.
Das Wohnzimmer...
... aus zwei Blickrichtungen.
Der Flur und..
...der Essensbereich.
 
Der Herd in einer ca. 6qm großen Küche.

Blick quer durch Haus
Der hintere Eingang mit der Toilette links.

Unser Bereich oben ist recht unspektakulär. Einfach nur ein sehr großer Raum mit Holzwänden und den Blick unter eine sehr abenteuerliche Dachkonstruktion. Auch von oben ist der Blick zu den Nachbarn ganz nett.

 

Wer jetzt irgendwie ein Schlafzimmer vermisst, hat gut aufgepasst. Es gibt nämlich keins. Die ganze Famile schläft auf dem nackten Zementboden. Zwar mit einer Decke gefedert, aber wirklich bequem kann das sicherlich nicht sein. Im Wohnzimmer schlafen meist fünf Leute und im Essensbereich drei weitere, meistens die Eltern.

 

Quer durch Cebu

Samstag, 13.12.2014

Die erste Nacht in Carcar ist überstanden, und wie üblich hier wird man noch zu unchristlicher Zeit von zahlreichen Hunden und Hähnen geweckt. Das Gekreische fängt meist gegen 4:00 Uhr an und kennt eigentlich den ganzen Tag über kein Ende. Irgendwann hört man es einfach nicht mehr.

Heute standen die ersten Wasserfälle auf dem Programm und solange ich noch einen Mietwagen hatte sollte man das nutzen. Der Wagen war dann auch ruckzuck voll, da uns Lyra´s Schwester Raya und meine Schwiegermutter begleiteten. Der erste Wasserfall, den wir besichtigten war der Mantayupan Wasserfall in Barilli. In Barilli wohnt übrigends auch ihre ältere Schwester Shanarie, die wir auch trafen.

Wie in den Philippinen üblich, ist das so eine Sache mit der Beschilderung. Oftmals sieht man sich nicht, weil sie entweder garnicht vorhanden, total verwittert, demoliert oder dort waren, wo man es garnicht erwartet. So war das dann auch mit der Beschilderung zum Wasserfall. Der Hinweis, wo man abbiegen musste in Barilli, war eine Steinsäule mit dem Namen des Wasserfall. Also noch richtig von einem Steinmetz hergestellt. Sowas übersieht man dann leicht, wenn man es nicht erwartet. Von Barilli aus sind es dann noch rund 4km bis zum Wasserfall. Man folgt einer einspurigen, gut bebauten Strasse bis tief in den Dschungel hinein, und hofft es kommt dir kein Auto entgegen. Am Ende der Strecke steht man vor einem Haus auf einem Plateau mit dem freundlichen Hinweis auf 30 Piso Parkgebühr.

Zur Erinnerung: Ich besuche diesen Wasserfall nun das zweite Mal und die Parkgebühr betrug das letzte Mal 20 Piso. Das war auch das erste was Lyra aufgefallen war. Wir stiegen aus, die Luft war drückend heiß. Wir folgtem einem Weg, der nach kurzer Zeit dann ein stabiles Gelände hatte. Alles sah irgendwie anders aus als beim letzten Mal. Dann kamen wir an mehreren Hütten und den freundlichen Hinweis auf eine Eintrittsgebühr.

Das war neu!

Hat man also diesen Wasserfall auch schon touristisch erschlossen. Na gut, warum auch nicht, solange das Geld nützlich angelegt wird. Nun ein paar Bilder.

 

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