Ein neues Abenteuer beginnt

Dienstag, 22.12.2015

Endlich Urlaub. Nach rund einem Jahr geht es wieder auf große Reise. Jedesmal begleitet von der Hoffnung, das es nicht vernichtend teuer wird und in einer totalen Katastrophe endet. Normalerweise tut es das auch nicht, da ich monatelang sorgfältig plane. Aber wer die Philippinen kennt, weiß, meist kommt es anders als man denkt oder plant. Auch dieses Mal habe ich mir vorab auf dem Holiday Parking am Frankfurter Flughafen einen Parkplatz reserviert. Für 99.-€ inkl. den 5.-€ Reservierungsgebühr kann man dort vier Wochen lang parken und wird bequem mit einem Shuttlebus an den Terminal 1 und Terminal 2 gebracht. Da unser Flug erst am Abend war, bestand auch kein Grund zur Eile. So gegen 9 Uhr fuhren wir gemütlich los. Um 12:30 erreichten wir den Parkplatz. Wer bisher auf diese Weise noch nie zum Fraport gereist ist, hier eine kurze Erklärung.

Bei der Reservierung des Parkplatzes wird eine Kreditkarte benötigt. Diese ist auch gleichzeitig das Parkticket. Erreicht man den Parkplatz, öffnet sich die Schranke nur mit der Kreditkarte, die für die Reservierung verwendet wurde. Das Bezahlen am Automaten und die Ausfahrt geht auch nur mit der Kreditkarte. Man sollte sie also während des Urlaubs weder verlieren noch beschädigen und sie sollte mindestens noch 100€ zur Verfügung haben, damit man nach dem Urlaub wieder an sein Auto kommt.

Nach wenigen Minuten kam dann auch schon der Shuttlebus und brachte uns in rund 20 Minuten zum Terminal 1. Wir gingen an den Check-in, durchliefen die Sicherheitskontrollen und nach einer guten Stunde befanden wir uns auch schon am Gate. Von nun an hieß es warten.

Kurz nach 18 Uhr begann das Boarding und 45 Minuten später hob die mächtige Boeing 747-400 mit Ziel Seoul/Incheon auch schon ab.

 

10 Stunden später und gefühlte 2 Jahre älter stiegen wir um 12:30 Uhr Ortszeit relativ müde aus der Maschine. Der Flug war angenehm, das Essen in Ordnung und selbst über die Beinfreiheit im Sitz konnte man nicht klagen. Das Entertainment Angebot bei Asiana ist klasse. Die neuesten Filme stehen dort zur Auswahl in mindestens 5 Sprachen. Und das beste...Asiana Airlines gehört zur Star Alliance, was mir ordentlich Flugmeilen auf meiner Miles & More Karte beschert.

Da ich mich auf dem Flughafen Incheon relativ gut auskenne, war der Weg zum nächsten Gate ein Kinderspiel, doch zuvor mussten wir noch die Sicherheitskontrolle passieren. Mittlerweile wurden an den Flughäfen die Kontrollen dermaßen verschärft, das auch Transitpassagiere, die vor kaum 5 Minuten den Flieger verlassen hatten, nochmals komplett gecheckt werden bevor man ans Gate darf. Bei rund 12 geplanten Flügen, die wir auf unserer Reise hatten, ein ziemlich nervendes, aber notwendiges Unterfangen.

Unser Weiterflug war erst um 20:20. Wir hatten also rund 8 Stunden Zeit zum flanieren. An einem Flughafen wie Incheon kein Problem. Es gibt reichlich Möglichkeiten zum Shoppen und jede Menge Restaurants befinden sich entlang der Gates. Kostenloses WiFi ist ebenfalls eine Selbstverständlichkeit.

Nach der Sicherheitskontrolle, auf dem Weg zum Gate, begrüßte uns erstmal dieses riesige OLED Display.

 

Wir überzeugten uns erstmals von der koreanischen Küche. Im Anschluß ging Lyra wieder zurück ans Gate, während ich mir die Shops anschaute. In einem fand ich dann auch Nackenkissen. Ich kaufte zwei Stück und ging zurück zum Gate. Am Gate erwartete mich eine schlafende Lyra. Meine Kleine war echt fertig.

Ich nahm daher kurzerhand meine Kamera in die Hand und machte das, was ich am Flughafen immer gern mache: Planespotting. Dieses für so manchen Nicht-Fotografen etwas seltsam wirkende Hobby, kann bei näherer Betrachtung ganz interessant sein. Es geht um nichts anderes, als Flugzeuge aus der Situation heraus, interessant zu fotografieren. Hier ein paar Highlights, die ich an diesem Tag gemacht hatte.

Korean Air / Airbus A380
JinAir / Boeing 737
Jeju Air / Boeing 737
Mongolian Air / Boeing 767-400
Air Asia / Airbus A320
China Eastern / Airbus A320
Asiana Airlines / Boeing 747-400
Emirates / Airbus A380
Cebu Pacific Air / Airbus A320

19:45 Uhr Boarding. Unser zweiter Flug brachte uns von Seoul direkt auf die Insel Cebu in den Visayas auf den Philippinen.

Pünktlich um 23:55 Uhr (23.12.2015) landeten wir in Cebu. Endlich am Ziel. Lyra, die auch im Flugzeug wieder geschlafen hatte, war nun etwas wacher, während man mir nun endlich auch die Müdigkeit ansah. Kurz nach dem Verlassen des Flugzeugs merkte man auch schon die enorme Wärme, die in den Philippinen herrscht. Es waren auch Nachts noch rund 25-27 Grad. Nach dem Aufnehmen unseres Gepäcks, verließen wir den Flughafen. Lyra´s Schwester Shanarie erwartete uns bereits und zusammen gingen wir auf den nahegelegen Parkplatz.

Dort wartete ihr Mann Larry und einige Familienmitglieder schon auf uns. Während unser Gepäck auf die Ladefläche des kleinen Transporters gebracht wurde, machte ich es mir auf dem Beifahrersitz bequem. Lyra, Shanarie und alle anderen machten es sich so dann auch auf der Ladefläche bequem und die Fahrt ging los.

Mit stellenweise 80 km/h fuhr Larry dann zurück nach Carcar, Lyra´s Geburtstadt. Die in Google Maps angegebenen 1 Stunde 37 Minuten, sind auch Nachts, bei schwachem Verkehr sehr optimistisch. Meist dauert es eine halbe Stunde länger und tagsüber sogar eine Stunde länger. Gegen 2 Uhr kamen wir dann in Carcar an. Wir gingen zusammen zum Haus, ich begrüßte Lyra´s Mutter und verschwand dann ziemlich schnell im oberen Stockwerk des Hauses und ging zu Bett.

 

Christmas Eve

Donnerstag, 24.12.2014

Es ist Heiligabend und das ist auch in den Philippinen ein ganz normaler Tag. Die Läden haben bis 22 Uhr geöffnet und auch sonst geht jeder seinem normalen Tagwerk nach. Nach dem Aufstehen, schaute ich mir erstmal im Haus um. Lyra hat in den letzten 12 Monaten einiges von ihrem sauer verdienten Geld in dieses Haus gesteckt, damit es endlich mal einem gewissen Standard entspricht.

Boden,Wände und Treppengeländer sind neu.
Mein Büro in der oberen Etage.
Movie Time mit den Kids.

Da sich der Rest des Hauses immer noch im renovierungsbedürftigen Zustand befand (siehe Fotos vom Vorjahr) und ich sah, was Lyra´s Geld zu tun vermag, wollte ich auch einen Beitrag leisten und spendete etwa 200 € für die Renovierung des Badezimmers, das im Augenblick nicht mehr war, als ein viel zu kleiner Raum mit nacktem Betonboden, offenes Mauerwerk als Wände und eine viel zu kleine Toilette ohne Spülung in der Mitte. Daneben zwei Eimer mit klarem Wasser, das als Spülung und Duschwasser zu verwenden ist. Ja, so lebt man ohne Einkommen.

Nach dem Frühstück, das bei mir nur eine Tasse Instantkaffee war, machten Lyra, ich und ein Teil der Familie uns auf zum nächsten Baumarkt, um alles zu kaufen, was man für ein anständiges Badezimmer braucht. Der Baumarkt, der sich im Zentrum von Carcar befindet, war aussergewöhnlich gut sortiert. Ich fand sogar Bohrmaschinen, Stichsägen etc. von Bosch direkt neben Geräten aus China und von Black & Decker. Nach etwa einer Stunde im Baumarkt wurden die Sachen auf ein Tricycle aufgeladen. Typisch Philippinen.

Zurück am Haus wurde alles abgeladen und wir machten uns erneut auf den Weg. Diesmal zum Supermarkt, um für Heiligabend einzukaufen. Ich wollte ein bißchen Deutschland ins Essen einfliessen lassen und kaufte 5kg gemischtes Hackfleisch. Daraus wollte ich Frikadellen machen. Ebenso plante ich einen Kartoffelsalat. Aber in den Philippinen sind Kartoffeln sehr rar. So rar, das man abgepackte Kartoffeln in Plastiktüten mit je drei bis vier Stück bekommt und das zu einem horenden Preis. Glücklicherweise hatten wir aber Monate zuvor schon reichlich Essen aus Deutschland vorausgeschickt. Darunter auch die Bratkartoffeln von Pfanni. Diese benutze ich dann, um einen Kartoffelsalat zu machen. Lyra bestellte ein Spanferkel. Am Abend wurde dann alles auf dem Tisch angerichtet. Etwa 20 Minuten später war vom Spanferkel, Reis und den Frikadellen nur noch Reste übrig. Nur der Kartoffelsalat war unberührt. Das enttäuschte mich sehr.

 

 

Ein verlorener Tag

Freitag, 25.12.2015 (Weihnachten)

Lyra´s Schwester Shanarie kam auf die Idee, wie es wäre einen gemeinsamen Ausflug nach Oslob, weit im Süden von Cebu, zu machen. Ich war nicht sonderlich begeistert überhaupt einen Ausflug zu machen, denn erfahrungsgemäß sind diese Familienausflüge für mich meistens sterbenslangweilig. Lyra aber erklärte mir was in Oslob auf dem Programm stand: Eine Bootsfahrt und Whaleshark Watching. Da wurde ich hellhörig und packte gleich meine Kamera ein. Die Fahrt ging wieder mit Larry´s kleinem Transporter. Ich wieder auf dem Beifahrersitz und etwa 10 Personen, davon die Hälfte Kinder auf der Ladefläche. Die Fahrt dauerte rund zwei Stunden.

In Oslob angekommen, mussten wir auf den Rest der Familie warten, die alle so nach und nach auf den verschiedensten Fahrzeugen ankamen. Das ganze dauerte rund drei Stunden. Mittlerweile war es 14 Uhr. Es war heiß, ich war durstig, ohne Geld und genervt, da ich Lyra mein Restgeld gab. Als dann alle vollständig da waren und Lyra sich um ein Getränk für mich bemühte, erfuhr sie das das Whaleshark Watching erstens nur vormittags ist und zweitens sollte man Basiskenntnisse im Tauchen haben, damit das ganze auch Sinn macht. Mal wieder ein perfekt geplanter Familienausflug. Letztendlich wurde aber dennoch ein Boot gemietet und dieses brachte uns auf eine nahegelegene kleine Insel namens Sumilon Island. Diese hat einen großen Strand. Na super, eine kleine Insel, großer Strand und ich ziemlich genervt über eine solche Zeitverschwendung. Die Familie hatte ihren Spaß im kristallklaren Wasser und ich war nonstop auf der Suche nach Schatten. Lyra hat viele Fotos geschossen, hier sind nun einige.

 

 

Kurz vor Sonnenuntergang ging es dann auch wieder zurück nach Oslob und von dort zurück nach Carcar. In Carcar angekommen erwartete uns die nächste Überraschung. Ein paar Jungs aus der Nachbarschaft haben auf der kleinen Freifläche vor dem Haus mehrere riesige Boxen und einen Laser aufgebaut und die kleine Gegend in eine Freiluftdisco verwandelt. Leider fehlten den Hobby DJs meiner Meinung nach die passende Mucke. Ich hatte zwar reichlich davon in meinem iPhone, aber keine Chance ohne weiteres da ran zu kommen.

Im Grunde genommen hatte ich auch Lust ein bißchen zu tanzen, aber wir hatten keine Zeit, da wir um 3:30 Uhr aufstehen mussten, um rechtzeitig am Airport zu sein. Um 7:20 geht nämlich unser Flug nach Singapur...

 

 

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